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wieviel Sinn macht der Einsatz in der Schule? |
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5. Bildungs- und Informationsangebote im Internet Bedingt durch die Informationsfülle im Internet kann im Rahmen dieser Arbeit lediglich eine exemplarische Auswahl von Angeboten für den Bildungsbereich dargestellt werden. Im folgenden werden einige Anlaufstellen beschrieben, die Informationen und Materialien für Lehrer und Lehrerinnen sowie weiterführende Verweise zur Verfügung stellen. Dabei stellt der Themenkomplex "Interneteinsatz in der Schule" einen inhaltlichen Schwerpunkt dar. Besonders interessant und praxisbezogen sind die privaten Initiativen einiger Lehrer, die sich mit einer eigenen Homepage im Netz präsentieren. Ein Verzeichnis weiterer, für den Bereich Schule und Internet interessanter WWW-Adressen findet sich im Anhang dieser Arbeit.
5.1. Newsgruppe: "schule.internet.einsatz" Die Newsgruppe "schule.internet.einsatz" wurde als Diskussionsplattform für inhaltliche Aspekte des Interneteinsatzes an Schulen eingerichtet. Obwohl es eine seperate Newsgruppe für Hardware-, Software- und Konfigurationsfragen ("schule.internet.technik") gibt, werden inhaltliche Aspekte in "schule.internet.einsatz" des öfteren durch technische Problemstellungen verdrängt. Neben Belanglosigkeiten und Beiträgen, die in irgendeiner Form das Thema verfehlen, werden in der Newsgruppe auch wertvolle Beiträge, wie z.B. Hinweise auf WWW-Angebote, Projekte, weiterführende Literatur, Fernsehsendungen sowie Erfahrungsberichte und Kooperationsanfragen veröffentlicht. Beide Newsgruppen sind über den Newsserver der Deutschen Telekom AG nicht zugänglich! Da es unüblich ist, sich als Autor von Newsgroup-Postings vorzustellen, ist Anonymität ein wichtiges Charakteristikum des Usenets. Der folgende Artikel und das Fazit der vorliegenden Arbeit wurden als Diskussionsgrundlage in der Newsgruppe "schule.internet.einsatz" veröffentlicht. Einige Reaktionen sind unter Punkt 8.8. im Anhang dieser Arbeit wiedergegeben. Liebe LehrerInnen und LeserInnen! Gerne würde ich versuchen, eine fachbezogene Diskussion auszulösen und bediene mich eines Zitats des amerikanischen Internet-Pioniers Clifford Stoll. Über die Sinnhaftigkeit des Interneteinsatzes in der Schule schreibt er: "Am Rande der Netze beginnt der Ausverkauf von Grundschulen und Gymnasien. Um dieser fixen Idee die Ehre zu erweisen, geben Schulbehörden viel zu viel Geld für technischen Spielkram aus, den Lehrer nicht wollen und Schüler nicht brauchen." Mich würde sehr interessieren was Lehrer, Studenten, Bildungsfachleute, Schüler und SIE über dieses Thema denken.
5.2. Subscription von Mailinglisten 5.2.1. "Schulen.ans.Netz.SH" Emaillisten sind themengebundene Verteilerstellen für elektronische Post und erfüllen wie Newsgruppen die Funktion von Diskussionsforen. Mitteilungen an eine Mailingliste werden automatisch an alle registrierten Abonnenten verteilt. Durch die Nachricht "subscribe san" an den Mail-Server "listserv@kids.netzservice.de", läßt sich z.B. das Forum "Schulen.ans.Netz.SH" beziehen. Die Meldungen der Initiative werden automatisch per Email zugesandt. Die Mitteilungen ermöglichen einen sehr direkten Einblick in das mit dem Interneteinsatz in Schleswig-Holstein verbundene Geschehen. Im Forum "Schulen ans Netz in Schleswig-Holstein" werden schwerpunktmäßig folgende Aspekte der Internetnutzung in Schulen diskutiert: * technische Probleme, Anfragen und Lösungsvorschläge * bildungspolitische Voraussetzungen * Lehrerfortbildung im Bereich "Internet und Schule" * inhaltliche, unterrichtsspezifische Erfahrungen.
Ein IPTS-Mitarbeiter wies darauf hin, daß der Nachrichtenbereich "Schulen ans Netz in Schleswig-Holstein" über eine deutlich höhere Anzahl von Lesern als von Autoren verfüge. Viele Teilnehmer hätten die Befürchtung, daß die Artikel seitens des Ministeriums kritisch begutachtet würden. Im Folgenden möchte ich einzelne prägnante Äußerungen ohne Nennung der jeweiligen Autoren in Form von Zitaten wiedergeben. Über die Bedeutung und Funktion des Nachrichtenbreichs "Schulen ans Netz in Schleswig-Holstein" schreibt ein Verantwortlicher: "Desweiteren weise ich nochmals auf DIESE Newsgroup hin. Es gibt kaum etwas Schlimmeres als NICHT informiert zu sein! Alles, was sich in Schleswig-Holstein im Zusammenhang mit "Schulen ans Netz" abspielt, wird HIER Thema sein. Und zumindest HIER haben Sie auch einen direkten Draht zu unseren Multiplikatoren im Lande und zum IPTS." Zu den technischen Problemen, die durch den Interneteinsatz in Schulen entstehen und dem, mit deren Lösung verbunden Arbeitsaufwand, äußert sich ein Informatiklehrer: "Anläßlich der SaN-Fortbildung in Kronshagen wurde deutlich, daß viele der dort anwesenden Netzwerkadministratoren noch nicht einmal eine einzige Ermäßigungsstunde für die Einrichtung und Wartung des Computernetzwerkes erhalten. Wenn man dann die Hilferufe der Kollegen liest, die ihren Kommunikationsserver versuchen zum Laufen zu bringen, fragt man sich manchmal, warum man diese zusätzliche Arbeit eigentlich noch macht! Ich könnte mir vorstellen, wenn Kollegen sich in Zukunft mit der Netzwerkpflege überfordert fühlen, wird es nicht lange dauern, und ein Computereinsatz in der Schule ist nicht mehr möglich. Es sei denn der Schulträger wäre bereit - wie zum Beispiel in England - einen Servicetechniker einzustellen. Und selbst dann wären die Unterrichtstunden vorbei, bevor der Techniker da war. Jeder Besuch eines Technikers kostet mindestens 140 DM. Man rechne das mal hoch!!!" Ein anderer Kollege gibt zu bedenken: "Vielmehr muss wer "Innovation" und "Schulen ans Netz" ruft auch die (finanziellen) Grundlagen für Schulung und Arbeitszeit schaffen. Ich habe in den letzten Wochen soviel Zeit vor dem Server verbracht (bisher ohne Erfolg), daß ich meine sonstigen dienstlichen Pflichten grob vernachlässigen musste. Da das nicht so bleiben kann, wird der Server möglicherweise bald dort zu finden sein, wo ich oft den Host gesucht habe: beyond the firewall!" Die Unzufriedenheit einiger Lehrer mit der Förderinitative "Schulen ans Netz in Schleswig-Holstein", die im übrigen keinerlei Mittel für technischen Support zur Verfügung stellt, wird in den beiden folgenden Zitaten deutlich: "Die ganze Aktion SAN scheint mir in S-H übers Knie gebrochen zu sein. Statt Geld für diverse Hochglanzbroschüren zum Eigenlob der Landesregierung mit nichtssagendem Inhalt auszugeben, hätte dieses doch lieber in Fortbildungs- oder Netzinfrastrukturmaßnahmen investiert werden sollen." "Die Devise scheint wie bei vielen Projekten der letzten Zeit die Außenwirkung zu sein, nach dem Motto: Seht alle her, die Landesregierung hat erreicht ... bla ... bla ... innovativ ... bla ... trotz geringer Finanzmittel ... bla ... Zukunft unserer Kinder ... bla ... Sponsoren der Industrie ... bla... Ihre Ministerpräsidentin Heide S. Dieses unausgegorene Gebräu wird über uns gekippt und wir setzen uns meist ohne zu mucken daran, alles aufzufeudeln - sprich in Gang zu "wurschteln". Hierbei wird in schamloser Weise das vorhandene Engagement und Interesse der Kollegen ausgenutzt, die trotz aller populistischen Äusserungen gegenüber Beamten und Lehrern noch nicht resigniert haben!" Ein weiteres Problem der schleswig-holsteinischen Internetinitiative besteht offenbar in der unzureichenden Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte auf dem Gebiet der neuen Kommunikations- und Informationsmedien: "Was mich bei dieser Gelegenheit noch interessiert ist, wie ich den Schülern den verantwortungsbewußten Umgang mit dem Medium Internet beibringen soll, wenn ich selbst kaum Erfahrungen mit diesem Medium habe. Hier würde ich mir mehr Fortbildung wünschen."
Eine Mitteilung aus dem IPTS informierte vor kurzen jedoch über die derzeitige regionale Fortbildungsserie, die verstärkt auf die Wünsche der Teilnehmer eingeht. Folgende Veranstaltungen werden angeboten: * Kommunizieren: Mail und News in KIDS und Internet * Publizieren: Erstellen einer Internet-Präsentation (HTML-Seite) am Beispiel einer (Schul-) Homepage * Recherchieren: "Recherche im Internet".
Seitens der Listenadministration wird eine Verlagerung der Diskussion von technischen Aspekten zu inhaltlichen Sinnfragen wie: * "Wann ist es angebracht, eine Online-Recherche im Unterricht durchzuführen?" * "Welcher Internet-Dienst ist für welche Fragestellungen, Probleme, Inhalte sinnvoll?" * "Was fange ich mit gewonnenen Informationen an ... sind sie überhaupt valide?"
Auf Anfrage eines IPTS-Mitarbeiters wurden einige Beiträge zu inhaltlichen und unterrichtsspezifischen Themen in die SaN-SH-Newsgruppe gepostet. Nachfolgend einige wichtige Aspekte: * Erfahrungsbericht: unbefriedigende Ergebnisse bei WWW-Recherchen mittels Suchmaschinen - hoher Zeitaufwand, wenig Information * Erfahrungsbericht: gute Ergebnisse bei der Materialsammlung für ein Referat und für die Vorbereitung einer Klassenfahrt * Erfahrungsbericht: aktuelle Informationen und gute Ergebnisse bei Anfragen zu wissenschaftlichen Problemstellungen in Newsgroups * Dauerthema: existientielle Bedeutung von technischen Problemen * Kritik: Fehlende Fortbildungsveranstaltungen zum Thema: Praktische Anwendung des Internet in der Schule * Problem: Pornografie im Internet - ignorieren, oder informieren? * Grundfrage: Informationsgehalt des Internet.
Ein letzter Nachrichtenauschnitt soll das Niveau der technischen Probleme von Schulen am Netz verdeutlichen: "Der LAN-Server braucht von der Existenz des KS gar nichts zu wissen. Die DOS-Rechner müssen das TCP/IP Protokoll, wie auch der KS auf dem LAN fahren." ... "Auf dem LAN existieren dann eben mehrere Protokolle (IPX, Netbeui ... TCP/IP)" "Die Workstations bekommen beim Einrichten von TCP/IP auf ihnen eine eigene IP-Nummer. Von den TCP/IP-Programmen auf den Workstations wird auf den KS zugegriffen, indem dessen IP-Adresse - üblicherweise die TCP/IP-Nummer 192.168.0.1 - als Ziel angegeben wird."
5.3.2. "WWW-Schulen" Die Mailingliste "WWW-Schulen" ist eine Einrichtung der Abteilung Pädagogik und Informatik an der Humboldt Universität Berlin. Die inhaltlich wichtigen Beiträge in dieser Liste gliedern sich wie folgt: * Hinweise auf Materialien zum Thema "Internet und Schule" * Bewertungskriteriem für HTML-Seiten im Schulunterricht * Haltung und Einfluß der Schulleitung bei schulischen Internetinitiativen * Rolle und Bedeutung von Netzwerkadministratoren bei schulischen Internetinitiativen * Rolle und Bedeutung von Computerexperten unter den SchülerInnen.
Leider sind die Rückmeldungen auf die Diskussionsinitiativen des SchulWeb-Leiters Dipl. Inform. Frerk Meyer relativ spärlich, so daß mir eine Auswertung im Rahmen dieser Arbeit nicht sinnvoll erscheint.
5.3.3. "WWW-Lehre" "WWW-Lehre" ist die Mailingliste der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet. Neben Hinweisen auf Unterrichtsmaterialien und Informationsangebote zum Thema "Internet und Schule" hat es in dieser Liste eine Diskussion mit sehr engagierten und umfangreichen Beiträgen bezüglich der schulischen Internetnutzung gegeben. Die Ausgangsfragen sind: "wie die teuren Gerätschaften im Unterrichtsalltag und im Rahmen von Schulklassen (nicht nur AGs) sinnvoll eingesetzt werden können." und: "Was kann das Internet für die Schule leisten, was herkömmliche Medien / Methoden nicht können?" Die wichtigsten Aspekte der Debatte werden im folgenden in stark komprimierter Form wiedergegeben. * Welche Grundvoraussetzungen existieren für die Nutzung des Internet in der Schule, insbesondere bei der Erstellung von Web-Materialien?
* Das Internet kann in der Schule verschiedenartig eingesetzt werden:
* Bietet das Internet geeignetes Material für Schule und Unterricht? "Heute entsteht im Internet täglich neues, gutes, für den Unterricht brauchbares Material, das teils von Schulen erstellt, teils von nichtschulischen Einrichtungen produziert oder in Auftrag gegeben ist, teils von Einzelpersonen zur Verfügung gestellt wird." Es ist zu erwarten, daß das Angebot an kommerziellen Aufgaben- und Materialsammlungen mit der Etablierung des neuen Mediums wächst. In der Unterrichtspraxis ist es denkbar, das WWW-Angebot für SchülerInnen vorzustrukturieren, indem von der Lehrperson eine Auswahl an geeigneten URL´s erstellt wird. Die größten Vorteile von Informationen aus dem Netz bestehen in ihrer Aktualität und in ihrer freien d.h. kostenlosen, orts- und zeitunabhängigen Verfügbarkeit. Demgegenüber steht die Auffassung: im Internet gibt es "nichts qualitativ besseres, was nicht mit traditionellen Medien schneller, billiger und einfacher zu haben ist." Die Erstellung eines gut gegliederten Materialangebots für den Bildungsbereich stellt auch zukünftig ein bedeutendes Ziel für die betreffenden Internetinitiativen dar. * Durch den praktischen Umgang mit dem Medium Internet erwerben die SchülerInnen Medienkompetenz. Methodenlernen, als wichtige Zielsetzung im Informationszeitalter, wird durch die selbständige Informationssuche, -bewertung und -darstellung eingeübt. In einigen Bundesländern lassen enge Lehrplanvorgaben im Hinblick auf ein Zentralabitur jedoch kaum Freiraum für Projekte in der gymnasialen Oberstufe. * Die Auswahl von Unterrichtsmedien sollte von pädagogischen Zielsetzungen und didaktischen Überlegungen bestimmt werden. Notwendigkeit und Bedeutung des Lernens mit Computern und Netzen werden unterschiedlich hoch eingeschätzt. Das Internet soll herkömmliche Medien nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen.
5.4. WWW-Angebote für Lehrer und Lehrerinnen 5.4.1. Deutscher Bildungsserver (http://dbs.schule.de) Der Deutsche Bildungsserver (DBS), ein Bestandteil der Bildungsinitiative "Schulen ans Netz", ist ein dreijähriges Kooperationsprojekt des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF), dem DFN-Verein und der Humboldt-Universität in Berlin. Die Zielsetzung besteht darin, einen zentralen Wegweiser für Bildungsinformation und Bildungskommunikation zu schaffen, in dem die vielfältigen Aktivitäten von Schulen, Landesinstituten, Universitäten, weiteren Bildungseinrichtungen und pädagogischen Verlagen strukturiert, zusammengefaßt und aufeinander bezogen werden. Die Hauptaufgabe des DBS besteht in der Aufbereitung und Übernahme von Verweisen auf bundesländerübergreifend wichtigen Informationen. Desweiteren soll eine Plattform für den Meinungs- und Erfahrungsaustausch im Bildungsbereich geschaffen werden. Neben der Zugriffsmöglichkeit über inhaltlich strukturierte Seiten (Forum, Teilnehmer, Materialien) und der Zugriffsmöglichkeit über Seiten für bestimmte Benutzergruppen (Lehrer, Schüler, Ausbilder und Wissenschaftler - in Vorbereitung: Eltern und Bildungsadministratoren) ist eine Option zur Stichwortsuche geplant. Wiederholt wird betont, daß der Deutsche Bildungsserver als gemeinnützige Einrichtung zu einem großen Teil auf den Beiträgen engagierter Lehrer, Schüler und Wissenschaftler basiert.105 Auf dem DBS werden Unterrichts- und Projektmaterialien sowie Verweise auf weitere Ressourcensammlungen zur Verfügung gestellt. Die Webseite "Online-Ressourcen für den Fachunterricht" beinhaltet Links zu Arbeitsblättern, Aufgabensammlungen, Aufsätzen, Lehrbüchern, Lehrtexten, Lernprogrammen, Materialsammlungen, Monographien, Projekten, Nachschlagewerken, WWW Servern und sonstigen Ressourcen für die Fächer Biologie, Chemie, Deutsch, Ethik / Religion, Fremdsprachen, Geographie, Geschichte, Informatik, ITG, Kunst, Mathematik, Musik, Physik, Sachkunde, Sozialkunde, Sport, Technik und Wirtschaft. Ökologische und fächerübergreifende Themen werden gesondert aufgeführt. Zusätzlich kann auf Literatur- und Bibliotheksdatenbanken zugegriffen werden; ein Verzeichnis der Bildungsinstitutionen in Deutschland befindet sich im Aufbau. Weiterhin werden Materialien zu Modellversuchen, Initiativen und Wettbewerben zur Verfügung gestellt. Technische Hilfen und Hinweise zum Betrieb eines Schulnetzes, dem Anschluß an das Internet und der Gestaltung von WWW-Seiten runden das Angebot des Deutschen Bildungsservers ab.106 In zwei einjährigen Arbeitsphasen soll der DBS bis Mitte 1999 u.a. in folgenden Punkten weiterentwickelt werden. * Integration von Bildern, Videosequenzen und Angeboten kommerzieller Medienanbieter in die Ressourcendatenbank * systematische Archivierung von Mailinglisten und Newsgroups Aufbau eines FTP-Archiv-Servers * Informationen über öffentliche und kommerzielle Lehrerfortbildungsangebote * Ausbau der Schnittstellen zum europäisch/überseeischen Bildungsbereich * Realisierung von visueller Echtzeitkommunikation, Tele-Teaching und Tele-Learning * Realisierung der Möglichkeit zur verteilten Gruppenarbeit an (Multimedia-) Dokumenten (Collaborative Editing) * Optimierung des DBS durch Analyse des Benutzerverhaltens mit Hilfe von Log-Files * Zusammenführung der DBS-Datenbank mit der Datenbank des SchulWeb - Weiterentwicklung des SchulWeb zu einem DBS für Schüler.107
5.4.2. WWW-Server des SchulWeb (http://www.educat.hu-berlin.de) Der WWW-Server des SchulWeb wird vom SchulWeb-Team Pädagogik und Informatik der Humboldt-Universität in Berlin betrieben. Hier findet man unter anderem ein nach Bundesländern und Schularten geordnetes Verzeichnis von deutschen Schulen, die mit einer eigenen Homepage im World Wide Web vertreten sind. Weitere Informationen, wie nähere Angaben zur Schule, Name und Adresse der Ansprechperson oder Hinweise auf eine Online-Schülerzeitung bzw. andere Materialien sind abrufbar. Unter der Rubrik "Best of SchulWeb" werden einige besonders gelungene Schulseiten vom SchulWeb-Team ausgezeichnet. Ebenfalls aufgeführt sind Schulen aus der Schweiz, aus Österreich und deutschsprachige Schulen im Ausland. Über einen Link zum Web66 wird eine Liste von internationalen Schulen mit WWW-Präsenz zur Verfügung gestellt. Weitere Informationsangebote des SchulWeb betreffen Projekte, Wettbewerbe, Tagungen, Institutionen und Thesen, die im Zusammenhang mit dem Interneteinsatz in der Schule stehen. Das Offene Deutsche Schulnetz (ODS) und das Deutsche Schulnetz (DSN) stellen ihre Leistungen und Teilnehmer auf einer eigenen Seite vor. Die Homepage des SchulWebs ermöglicht den Zugriff auf Materialien für fast alle Unterrichtsfächer. Unter dem Eintrag "WWW for educational scientists and students" wird Pädagogikstudenten und Lehrern eine Orientierungshilfe für die Arbeit mit dem Internet gegeben. Die Themen reichen von Informationen zum erziehungswissenschaftlichen Studium über Tips zur Online- und Offline-Literaturrecherche bis zu Verweisen auf Datenbanken mit nützlichen Informationen für Pädagogen.108
5.4.3. Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet (http://www.zum.de) Die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet wurde im Frühjahr 1996 gegründet und ist eine private, überregionale Initiative von LehrerInnen. "Die ZUM Internet hat das Ziel, Informationen für Lehrer, Schüler und Eltern in kooperativer, interaktiver und überregionaler Weise kostenlos verfügbar zu machen."109 Über 60 Koordinatoren aus verschiedenen Bundesländern arbeiten unter der Leitung der Freiburger Oberstudienrätin Margit Fischbach am Aufbau der ZUM internet mit. Auf den Seiten der ZUM finden sich erweiterbare Materiallisten, ein Modul zur Erstellung offener Leserbriefe, ein Online-HTML-Autorenmodul zur Webseitengestaltung, Diskussionsforen zu verschiedenen Themen, Erfahrungsberichte über den Einsatz von Software im Unterricht, eine nach Lehrplaninhalten sortierte Materialiensammlung und eine Mailingliste mit derzeit rund 300 Teilnehmern. Bundesweit sind Lehrer dazu aufgerufen, sich am Aufbau des Informationsangebots zu beteiligen und Materialien (Unterrichtseinheiten, Stundenentwürfe, Arbeitsblätter, Tafelbilder oder Verweise auf für Schule und Unterricht nützliche Internetseiten) über die ZUM- Koordinationsstellen im Netz zur Verfügung zu stellen. "Neben den Listen für Schulfächer finden sich Listen zu allgemeinen schulrelevanten Quellen, zu Lern-, Lehr- und Betriebssoftware, zu Computer-Algebra-Systemen, zu Schulen im Netz, Gesundheit und Schule, Schulen und Schülerzeitungen, Umweltthemen, zu Projekten, Entwicklungszusammenarbeit, Wettbewerben und eigenen Seiten für Schüler."110 Derzeit werden auf den Seiten der ZUM überwiegend Unterrichtsmaterialien für den gymnasialen Bereich angeboten - Grund-, Haupt-, Real-, und Sonderschulen sowie berufliche Schulen und Berufsschulen sollen in Zukunft stärker berücksichtigt werden.111
5.4.4. NRW-Bildungsserver (http://www.learn-line.nrw.de) Der NRW-Bildungsserver "learn:line" wird vom Landesinstitut für Schule und Weiterbildung in Soest als "virtuelles Haus des Lernens" aufgebaut. Ziel ist es, "die Qualität von Lernen und Arbeiten in der Schule und der Weiterbildung zu verbessern und einen wesentlichen Beitrag zur Erweiterung der Medienkompetenz zu leisten."112 Jeder Etage dieser Informations-, Kommunikations- und Kooperationsplattform ist ein Thema zugeordnet. Bereits existierende bzw. geplante Themenbereiche sind: * Emanzipation - Wir befreien uns von überkommenen Rollenvorstellungen * jede Umwelt hat eine Geschichte * Versorgung und Entsorgung.
In der Mediothek werden Texte, Bilder, Audio- und Videosequenzen zur Verfügung gestellt. Ein schwarzes Brett dient der Kommunikation und im Foyer können Arbeitsergebnisse präsentiert werden. Echtzeitkommunikation auf Text- und Videobasis kann im virtuellen Seminar- bzw. im Konferenzraum stattfinden. Die Werkstatt ermöglicht telekooperatives Arbeiten, d.h. gemeinsames Arbeiten an elektronischen Dokumenten im Datennetz. Das Angebot des NRW-Bildungsservers richtet sich sowohl an LehrerInnen, die das Material- und Kommunikationsangebot zu Zwecken der Unterrichtsvorbereitung und Fortbildung nutzen als auch an SchülerInnen, die in einer Lernumgebung für entdeckendes Lernen selbständig arbeiten und recherchieren können. LehrerInnen, SchülerInnen, Schulen, Einrichtungen der Lehrerfortbildung und Weiterbildung, kirchliche und kulturelle Einrichtungen, Medienzentren, Verbände, Hochschulinstitute, Autoren und Verlage sind aufgerufen, die Einrichtung des NRW-Bildungsservers durch ihre Mitarbeit zu unterstützen.113
5.4.5. WWW-Server des IPTS (http://www.ipts.de) Auf dem WWW-Server des IPTS finden sich neben Informationen über das Landesinstitut Schleswig-Holstein für Praxis und Theorie der Schule (IPTS) und dessen Mitarbeiter, Projekte, Einrichtungen, Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Materialien auch zahlreiche Hinweise auf, für den Unterricht geeignete Angebote im World Wide Web. Neben Links zu diversen Internetsuchwerkzeugen und Hinweisen auf andere Institutionen im Netz, wie etwa dem Deutschen Bildungs-Server, dem Schulen ans Netz-Server oder dem Educatserver der Humboldt-Universität zu Berlin, werden alphabetisch sortierte Unterrichtshinweise zur Verfügung gestellt. Die nachfolgende Auswahl verdeutlicht die Bandbreite der Themenbereiche: Astronomie, Raumfahrt, deutsche Forschung, Umweltschutz, Firmen, Institutionen und Zeitungen. Bei der Auswahl wurden schwerpunktmäßig naturwissenschaftlich-technische und wirtschaftspezifische Themen berücksichtigt, die sich vor allem für den Bereich der berufsbildenden Schulen zu eignen scheinen. Die Praxistauglichkeit von Links zu Einkaufsmöglichkeiten im Internet oder zur Deutschen Bahn AG scheint mir lediglich für eine das Internet selbst thematisierende Unterrichtseinheit gegeben - der Nutzen für eine Grundschullehrkraft dürfte gegen null tendieren. Die Aufgabenliste zum Erwerb der Medienkompetenz ist aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls für den Einsatz in Berufsschulen konzipiert worden.114
5.4.6. WWW-Server des Goethe-Instituts (http://www.goethe.de) Auf dem WWW-Server des Goethe-Instituts (http://www.goethe.de) finden sich detaillierte Beschreibungen von sechs Unterrichtsprojekten, in deren Umsetzung die Arbeit mit dem Internet einbezogen wurde. Die Projektabläufe sind sich im Aufbau recht ähnlich und basieren auf der Grundidee von internationalen Klassenpartnerschaften und themenbezogener Kommunikation. Folgende Inhalte stehen im Mittelpunkt der Projekte: * "Komm vorbei und besuch mich mal" - Informationsaustausch über Wohnorte, Umgebung, Landeskunde, Tourismus - Planung eines einwöchigen Aufenthalts * "Ich habe gerade gelesen / gesehen / ..." - Informationsaustausch über Freizeitaktivitäten, Mediennutzung, Lieblingsbücher, -filme, und -musik sowie Computerspiele * "Meine Traumschule" - Informationsaustausch über Schulsysteme, Erziehung, Schulprobleme und Unterrichtsveränderungen * "Meine (Sommer-) Ferien" - Informationsaustausch über Ferienziele, -aktivitäten, -erfahrungen und - erlebnisse * "Zusammenleben" - Informationsaustausch und Diskussion über multikulturelles Zusammenleben, ethnische Diskriminierung und Ausländerfeindlichkeit * "Und wenn die Schule vorbei ist?" - Informationsaustausch über Studium und Beruf.
Die Projektvorschläge sind für die Klassenstufen sieben bis zwölf für einen Zeitraum von fünf Wochen ausgearbeitet. Angaben zur Schulart liegen nicht vor. Zu jedem Thema werden Verweise auf interessante WWW-Seiten, CD-ROM´s und Printmedien gegeben. Kritisch anzumerken ist, daß ein Internetanschluß für keines der Projekte zwingend erforderlich ist. Das World Wide Web dient lediglich zur Beschaffung ergänzender Informationen. Ein Austausch von Materialien und Arbeitsergebnissen erfolgt in den meisten Fällen "auf dem normalen Postweg". Die didaktisch-methodische Nutzung des neuen Kommunikations- und Informationsmediums wird aus den Projektbeschreibungen nicht hinreichend deutlich. Insgesamt leiden die guten Projektideen unter den etwas lieblosen Beschreibungen. In der Schulpraxis wäre es meines Erachtens sinnvoller, das zu bearbeitende Thema im Rahmen der Projektinitiative von den SchülerInnen bestimmen zu lassen. Trotz dieser Kritik können die Projektvorschläge des Goethe-Instituts als Anregung zur Durchführung eigener Vorhaben dienen.115
5.4.7. Arbeitsgruppe Online-Dienste des Landesinstituts für Erziehung und Unterricht in Stuttgart (http://www.leu.bw.schule.de) Online-News ist eine in unregelmäßigen Abständen erscheinende Publikation der Arbeitsgruppe Online-Dienste des Landesinstituts für Erziehung und Unterricht in Stuttgart und widmet sich vielfältigen Aspekten des Interneteinsatzes an beruflichen Schulen. Bis dato sind fünf Ausgaben mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten erschienen, die sich unter der oben genannten Adresse in komprimierter Form herunterladen lassen. Neben dem technischen Bereich (Internet-Einführung, Zugangsmöglichkeiten, Einsatz und Konfiguration von Kommunikationsservern) finden auch pädagogische Fragestellungen (Online-Dienste im Lehreralltag, Beispiele zum Einsatz des Internet im Unterricht, Projektentwürfe für Schulkooperationen via Internet) Beachtung.116
5.4.8. Private Initiativen von LehrerInnen im WWW Im WWW sind einige Lehrkräfte mit ihrer privaten Homepage vertreten, auf der sie in Eigeninitiative Informationen für den Bereich "Schule und Unterricht" anbieten. Unter Schule Online (http://members.aol.com/JGlaisner/Schule.html) sind die Webseiten eines Lehrers aus dem Freistaat Bayern zu finden, der auf diese Art und Weise versucht, ein Lehrerforum zu gründen. Dort sollen Lehrer miteinander kommunizieren, ihre Erfahrungen austauschen und allgemeine pädagogische Probleme erläutern. Unterrichtsvorbereitungen, Stundenbilder, Arbeitsblätter und Aufgabensammlungen für die Hauptschule können nach Fächern und Schulstufen sortiert aus einer Datenbank abgefragt werden. Die Mitarbeit von interessierten Lehrkräften am Aufbau dieser Datenbank ist dabei ausdrücklich erwünscht, Beiträge können per Email an den Betreiber der Homepage gesandt werden. Das Hauptziel dieser Initiative ist es, LehrerInnen die Unterrichtsvorbereitung in Bezug auf fachliche Inhalte zu erleichtern. Dadurch sollen sie in die Lage versetzt werden, ihren Arbeitsschwerpunkt mehr auf den pädagogisch-erzieherischen Bereich zu verlagern.117 Ein bemerkenswerter Beitrag zum Thema "Computer in der Grundschule" ist unter "http://home.t-online.de/home/S.Woeckel" im World Wide Web veröffentlicht. Der Grundschullehrer Stephan Wöckel aus Ludwigshafen informiert über Chancen und Gefahren, die mit dem Einsatz von Computern in der Grundschule verbunden sind. Der Autor faßt die Kernaussagen von wichtigen Veröffentlichungen zu diesem Thema zusammen, nimmt Stellung und berichtet über eigene praktische Erfahrungen. Die beiden im Bildungsbereich vertretenen Positionen - Computereuphorie und Computerablehnung - werden in sachlichlicher Form einander gegenübergestellt und in Verbindung mit selbstgewonnenen Erkenntnissen aus der Schulpraxis gewertet. Im Rahmen des Praxisberichtes erfolgt eine Schilderung der durch die Verfügbarkeit von nur zwei Rechnern limitierten Arbeitsmöglichkeiten an der Ludwigshafener Grundschule. Die Geräte (der Autor spricht in seinem Bericht seine beinahe leidenschaftliche Präferenz für den Einatz von Apple-Computern an Grundschulen aus, die er mit dem kinderleicht zu bedienenden Betriebssystem und mit der Langlebigkeit und Unkompliziertheit der Apple-Hardware begründet) sind auf einem fahrbaren Tisch installiert und stehen so allen Klassen zur Verfügung. Die Nutzung erfolgt auf drei verschiedene Weisen im Rahmen des Wochenplanunterrichts bzw. in den Freiarbeitsphasen: * als Pflichtaufgabe im Wochenplan (meist Einsatz von Übungsprogrammen) * als optionales Arbeitsmittel bei der Erledigung von Pflichtaufgaben * als zusätzliches Lernangebot in freien Unterrichtsphasen.
Im Verlauf der Computerarbeit konnten folgende positive Auswirkungen bei den SchülerInnen beobachtet werden: * hohe Motivation der sonst zurückhalteneren und schwächeren SchülerInnen beim Schreiben eigener Texte (wird vom Lehrer auf die Möglichkeit zur unsichtbaren Fehlerkorrektur und die Gewißheit eines makellosen Schriftbildes zurückgeführt) * lehrerunabhängige Erfolge mit Übungsprogrammen * selbstorganisiertes Lernen der SchülerInnen untereinander in Kleingruppen * sinnvoller und kritischer Umgang mit dem Computer ("Die Faszination des Mediums war im täglichen Einsatz einer eher praktischen Betrachtung der Möglichkeiten und Grenzen des Computers gewichen.")118 * Abbau von Hemmungen und Barrieren der SchülerInnen gegenüber dem Computer.
Über die Email Funktion des Internet haben einige Kinder aus Stephan Wöckels Klasse Briefkontakt mit SchülerInnen aus anderen Schulen. Briefe können entweder in den Freiarbeitsphasen des Wochenplans oder zu Hause geschrieben werden. Noch verschickt der Lehrer in Folge eines fehlenden Internetzugangs in der Schule die Briefe über seinen Privataccount. Die Motivation der Kinder wird in der pädagogischen Bewertung dieses Lernangebots auf Grund des unmittelbaren Adressatenbezugs als sehr hoch eingestuft. Zunehmend melden sich weitere Schulen aus dem In- und Ausland, die einen Email-Austausch wünschen. Auf einer im Aufbau befindlichen Seite der Internet-Publikation über Computer in der Grundschule werden demnächst die in der pädagogischen Diskussion selten gefragten SchülerInnen über ihre Erfahrungen mit dem Rechnereinsatz im Unterricht berichten. In einem persönlichen Resumee kommt der Grundschullehrer Stephan Wöckel zu folgendem Schluß: "Auch der Computer ist nur ein didaktisches Mittel, ein Medium, das die Lehrerin oder der Lehrer zu ganz bestimmten Aufgaben ganz bewusst anbieten oder einsetzen kann. Zu jeder Aufgabe, zu jedem Thema ist zu fragen: Hilft der Computer beim Erfassen des Sachverhalts, ist sein Einsatz ökonomisch (!!) oder kann der selbe Zweck auf andere Weise einfacher und sicherer erreicht werden. Das bloße Aufstellen eines Computers löst kein einziges Problem, weder der Schüler noch des Lehrers. Aber der Computer bietet Chancen, die Schule bislang nicht hatte. Die Verantwortung für die Nutzung dieser Chancen liegt bei uns - zum Glück!"119 Neben den Informationen zur pädagogischen Grundsatzdiskussion über den Einsatz von Computern an Grundschulen werden eine Anzahl von Computerprogrammen für den Unterricht zum Download bereitgestellt. Ferner ist eine Sammlung von weiterführenden Links mit Grundschulbezug vorhanden. Abschließend gibt Staphan Wöckel seine Email-Adresse bekannt und ermuntert zu Anregungen, Lob und Kritik. Der Kontakt zu Grundschulkolleginnen und -kollegen mit eigenen Erfahrungen bezüglich der Computerarbeit in der Schule ist erwünscht.120
5.5. WWW-Präsentation von Schulen 5.5.1. Schulen mit eigener Homepage im Internet Die Errichtung einer schuleigenen Homepage bietet die Möglichkeit, die Schule nach außen zu repräsentieren und Kontakt zu anderen SchülerInnen und Schulen zu knüpfen. Ein solches Projekt eröffnet, vorausgesetzt den SchülerInnen werden großzügige Planungs- und Gestaltungsfreiräume zur Verfügung gestellt, erhebliches Potential für Kooperation, Kreativität, Motivation und Medienschulung. Am Aufbau des schuleigenen Informationsangebots im Internet können alle Fachrichtungen durch Erstellung inhaltlicher Beiträge beteiligt werden. Der mathematisch-informatische Fachbereich übernimmt die Verantwortung für die Computer- und Internettechnik und setzt die von andern Projektgruppen produzierten Inhalte in HTML-Seiten um. Die redaktionelle Arbeit könnte dem Fach Deutsch übertragen werden, während Layout und Gestaltung der Web-Seiten im Rahmen des Kunstunterrichts erfolgen.121 Mittlerweile präsentieren sich ca. 1000 Schulen mit einer Homepage im Netz. "Wer sich ... auf einen Streifzug durchs Schulnetz begibt, wird über die Vielfalt des Angebots und den Einfallsreichtum der Anbieter erstaunt und erfreut sein."122 "Man kann nur staunen, wie gut manche dieser Schulseiten gemacht sind, und man ahnt, mit welchem Engagement und mit welcher Phantasie die Schüler mit Lehrern unterschiedlicher Fächer daran gearbeitet haben, manchmal auch professionell unterstützt durch Sponsoren vor Ort."123 Neben vielen positiven Beispielen gibt es jedoch auch weniger gelungene Schulseiten. "Häufig wurde von Lehrern bzw. Schülern auf das äußere Erscheinungsbild der Startseite viel Mühe verwendet, inhaltlich ist aber nicht immer entsprechend Niveauvolles anzutreffen. Vielfach sind die Seiten noch im Aufbau: bei mancher Schule ist diese Arbeit, die etwa in einer Projektwoche begonnen wurde, abgebrochen worden."124 Auf dem WWW-Server des SchuWeb (s.o.) ist eine Liste verfügbar, auf der zum Abfragezeitpunkt einundvierzig Schulen aus Schleswig-Holstein aufgeführt werden. Hierbei handelt es sich in der Mehrzahl um Gymnasien (18), Volkshochschulen (11) und berufsbildende Schulen (7). Für Schleswig-Holstein sind weder Realschulen noch Grundschulen verzeichnet. Exemplarisch sollen die Web-Präsentationen der beiden Kieler Schulen "Hermann-Löns-Schule" und "Schule am Rondeel" beschrieben werden. Unter "http://www.comcity.de/schule/hls/schule.html" ist die klar gegliederte Homepage der Hermann-Löns-Schule zu erreichen. Diese Grund- und Hauptschule liegt im Kieler Stadtteil Elmschenhagen. Im Internet werden neben einem Foto des Schulgebäudes, Informationen zu SchülerInnen, Eltern, LehrerInnen, Schulleben und Hautschularbeit angeboten. Der Gliederungspunkt "Hauptschularbeit" ist nochmals in die Bereiche Wahlpflichtkurse, Sportunterricht, Kooperation mit dem Jugendtreff Elmschenhagen, Arbeitsgemeinschaften, computergestützter Unterricht, Berufsvorbereitung, Zusammenarbeit mit der EWF der CAU und die Schulband "Teachers´ Crazy Kids" aufgeteilt. Die Hermann-Löns Schule nimmt nach eigenen Angaben im Bereich des computergestützten Unterrichts eine führende Rolle ein. Für nahezu alle Fächer existieren leistungsfähige Computerprogramme, deren Bestand in der Computer AG gepflegt wird. Die Aufrüstung und Vernetzung der schuleigenen PC´s wurde im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft durchgeführt. Weiterhin wird über das Projekt Internet-Labor berichtet, das in in Zusammenarbeit mit dem Institut für Pädagogik, dem PMT des IPTS und dem Kieler Internet-Provider COMCITY in der Projektwoche 1996 stattgefunden hat. Die SchülerInnen sollten das Internet mit seinen Möglichkeiten kennenlernen, Darstellungen anderer Schulen im Internet suchen und eine Beschreibung der Hermann-Löns-Schule zwecks Publikation im World Wide Web erstellen. Die Schule am Rondeel ist unter "http://ipts.netuse.de/schulen/sar/sar.htm" im Internet zu erreichen. Die Selbstdarstellung der Förderschule ist auf einer einzigen Web-Seite ohne Links untergebracht und damit noch ein wenig schlichter gehalten als das Informationsangebot der Hermann-Löns-Schule. Neben Angaben zur Schulgeschichte, zur SchülerInnen- und LehrerInnenzahl und zur Lage der Schule werden die Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit erläutert. Hierzu gehören z.B. die Durchführung einer Leseintensivmaßnahme, das Erteilen von speziellem Förderunterricht in den Fächern Deutsch und Mathematik und die schulübergreifende Beratung von Eltern und Kollegen in schwierigen pädagogischen Fragestellungen. Besonders interessant scheint mir die außerschulische Betreuung von Kindern im Kooperationsprojekt "Sozialarbeit in der Schule". Diese Maßnahme wird in Kooperation mit vielen Institutionen und Einrichtungen der Region betrieben und von mehreren Sponsoren unterstützt. Als Ziele werden unter anderem die Entwicklung von Schule als Lern- und Lebensraum, die aktive Freizeitgestaltung und die Beratung von Kindern und Jugendlichen in Notsituationen genannt.
5.5.2. Schülerzeitungen im Internet Mittlerweile sind zahlreiche Schülerzeitungen mit Ihren Publikationen im World Wide Web vertreten. Die meisten dieser Zeitungen werden derzeit an Gymnasien erstellt; einige wenige entstehen an Real-, Haupt-, und Grundschulen. Ein Verzeichnis von Schülerzeitungen im Netz läßt sich unter "http://www.junge-medien.de" abrufen. Nachfolgend werden zwei Internet-Grundschulzeitungen beschrieben: Die Schülerzeitung der Katholischen Grundschule Langemaß im Norden von Köln-Mülheim heißt "Mäuseköttel" (http://ourworld.compuserve.com/homepages/ralfkurth). Die Zeitung ist seit dem 09.11.96 im Web vertreten und überzeugt schon mit der Homepage durch eine liebevolle Gestaltung und ebensolche Formulierungen. Über den Entstehungsprozeß der Zeitung wird folgendes berichtet: "Die Mäuseköttel werden von Schülern der Katholischen Grundschule Langemaß in Köln-Mülheim in der Zeitungs AG erstellt. Etwa jedes Halbjahr kommt eine Ausgabe heraus. Die Kinder tragen die Ideen zusammen, erstellen die Fragen und Beiträge, führen Interviews, fotografieren und geben die Texte in Computer ein. Scannen der Fotos und Layout werden von Lehrer Ralf Kurth erledigt." Themen der Februarausgabe sind unter anderem: "Müssen Zeugnisse sein?", "Besuch in der Koch AG", "Meine Freundin ist Ausländerin", "Lieblingsspiele mit Freunden", "Milch, Fische und die Flippers - Gespräch mit dem Hausmeister". Der Artikel "Unsere Schule ist im Internet" ist auf Grund seiner Qualität im Anhang dieser Arbeit unter Punkt 9.9. in ungekürzter Form wiedergegeben. Die Grundschule Ohkamp in Hamburg ist mit ihrer "Schülerzeitung", die im Rahmen des Sachkundeunterrichts in der vierten Klasse erstellt wurde, ebenfalls im Internet vertreten. (http://www.hh.schule.de/ohkamp/welcome.htm) Nach einer kurzen Information auf der Homepage über die Lage der Schule, die Schüler- und Lehrerzahlen, den Schulleiter, die Sekretärin und den Hausmeister gelangt man zum Inhaltsverzeichnis der Zeitung. Dort sind unter anderem Artikel wie "Milchverkauf", "Zirkus in der Schule Ohkamp", "Klasse 4 im Fußball-Pokaltunier auf dem 3. Platz" sowie "Frühlingsgedichte", "Geschichten", und "Posiealbumsprüche" aufgeführt. Im Rahmen des Beitrags "Unsere Reporter unterwegs" werden Lehrer und Personen aus dem Schulumfeld interviewt. Der Leser erfährt so, daß der Schulleiter ausschließlich Musik unterrichtet, privat am liebsten Musik macht und das ganze Leben gebraucht hat, um Klavier spielen zu lernen. Das schönste Erlebnis seiner Kindheit war das Kriegsende, die Lieblingsspeise ist Linsensuppe und es gibt kaum Situationen, in denen der Direktor Angst "kriegt". Auf die Frage "Was machen Sie am liebsten in der Schule" antwortet er "Mit Kindern reden." Die Kollegin mit der Fächerkombination Sport, Musik und Mathe hat in ihrer Kindheit am liebsten mit dem Vater Fußball gespielt, ißt für ihr Leben gerne Spaghetti und Obstsalat, spielt Gitarre und Flöte und weiß zu berichten, daß es ca. 3 Jahre dauert, diese Instrumente zu erlernen. :-o Unter der Überschrift "Bernstein" findet sich ein Bericht vom Besuch des Altonaer Museums, in dem eine Bernsteinausstellung zu sehen ist. Drei Schülerinnen kommen zu dem Schluß, daß sie die Ausstellung sehr schön fanden und sie weiterempfehlen. In ihrem Aufsatz ist nachzulesen, wie alt Bernsteine sind, wie man sie erkennen kann, wo man sie findet und das es Steine gibt, in denen sich Einschlüsse in Form von Blättern oder Insekten befinden. Den letzten Abschnitt der Zeitung bildet die Rubrik "Schülerwitze und Ausreden". Dort stehen Sätze und kleine Dialoge wie: "Jede Schulminute hat 60 Schrecksekunden." und "Mancher faßt sich an den Kopf - und greift ins Leere." ;-) Neben Schülerzeitungen und Klassenzeitungen können auch Projektberichte oder fachspezifische Texte von SchülerInnen im Internet zugänglich gemacht werden. Die Entwicklung eines solchen Informationsangebots ermöglicht Kindern und Jugendlichen Einblicke in die Gestaltung von Lernprozessen und Lehrinhalten.125 |
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Was bietet das Internet für den Bildungsbereich - wieviel Sinn macht der Einsatz in der Schule? Kiel, 1998 |