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wieviel Sinn macht der Einsatz in der Schule? | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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9. Anhang 9.1. Wichtige Fachbegriffe
8.2. Deutschsprachige Newsgruppen "Schule und Bildung"
8.3. Mailinglisten "Schule und Bildung"
8.4. WWW-Adressen "Schule und Bildung"
8.5. Gebräuchliche URL-Endungen
8.6. Akronyme und Emoticons
8.7. Beiträge aus Newsgruppen "Es freut mich, dass endlich die Diskussion in dieser Gruppe beginnt. Zu Stoll meine ich folgendes: Seine Ansicht ist voellig uebertrieben. Dass die Lehrer das Netz nicht wollen, stimmt nicht, wenn man sieht, wieviel Engagement es in dieser Richtung gibt. Schueler werden in ihrem spaeteren Leben das Internet mit Sicherheit brauchen, da ich erwarte, dass es in einigen Jahren so selbstverstaendlich ist wie heute Telefon oder Fernsehen. Das sagt aber nichts darueber aus, wie intensiv es in der Schule behandelt werden muss. Da scheint mir Herr Ruettgers die Bedeutung zu ueberschaetzen. Sehr bedenklich scheint mir dagegen die durch SaN ausgeloeste Vermischung von Schule und Kommerz zu sein. Es ist gut, wenn Firmen etwas fuer den Bildungsbereich spenden. Nicht gut ist es, wenn sie dadurch Einfluss auf den Bildungsbereich nehmen. So gehoert hier in NRW das Wirtschaftsministerium zu den Sponsoren der NRW-SaN-Massnahme und erwartet im Gegenzug eine Beteiligung der Wirtschaft. Daher werden dann Teile des Bildungsservers von kommerziellen Firmen entwickelt und Teile der Lehrerfortbildung von kommerziellen Firmen durchgefuehrt."
"Ich kann dazu (zu der Diskussion) folgendes beitragen: die Universität Münster, insbesondere die Zentrale Koordination Lehrerausbildung, und die Stadt Münster haben in den letzten Monaten sehr positive Erfahrungen mit Internet und Schule gemacht. Gemeinsam mit dem Schulamt der Stadt Münster haben wir eine Lehrerfortbildungsreihe initiiert. Denn: viele LehrerInnen haben in ihrem Studium und andernorts keine Erfahrungen mit Internet udgl. gemacht. In Schnupperkursen konnten Sie - oft erstmals - E-Mail, WWW, FTP, Suchmaschinen usw. ausprobieren. Manchmal kam dann auch schnell die Ernüchterung, denn die LehrerInnen fanden nichts Fertiges im Netz für ihren Unterricht ... In Vertiefungskursen haben wir dann fachbezogen weitere (z.T. zweitägige) Seminare durchgeführt (Geschichte/Sowi; Französisch, Chemie, Religion), die insgesamt noch besser bei den Lehrer/innen angekommen sind, weil sie dort konkret Unterrichtseinsatz nachvollziehen konnten. Fazit: erstmal muß viel Zeit und Knowhow, auch didaktisches (!), investiert werden, und zwar in Lehrerfortbildung. Nur: wo findet man das Geld dazu?????"
"Kurz vor dem Abschluß meiner Examensarbeit mit dem Titel "Schulen ans Netz? Was bietet das Internet für den Bildungsbereich - wieviel Sinn macht der Einsatz in der Schule?" moechte ich gerne eine ARBEITSVERSION meines Fazits zur Diskussion stellen. Vorsorglich weise ich darauf hin, dass ich mir ueber folgende Dinge im klaren bin: - als Student verfuege ich lediglich ueber einen sehr begrenzten Erfahrungshorizont (Schulbesuch, Fortbildungsveranstaltung) - das Fazit ist ohne die restliche Arbeit aus dem Kontext gerissen - es gibt bestimmt noch weitere Dummheiten, die ich nicht bedacht habe Es liegt mir fern, jemandem mit diesem Beitrag auf die Nerven zu fallen und ich habe große Hochachtung vor Lehrern und Lehrerinnen, die durch weitgehend privates Engagement, Netzarbeit an ihrer Schule ermoeglichen! Diskussionsbeitraege und Rueckmeldungen wuerden mich sehr freuen."
"Ich finde Ihr Fazit sehr gelungen. Es koennte fuer meinen Geschmack noch etwas bissiger sein, aber Sie muessen sich ja an die Gepflogenheiten einer Examensarbeit halten. Interessieren wuerde mich aber auch der vorhergehende Teil Ihrer Arbeit, auf den das Fazit aufbaut. Ich waere Ihnen dankbar, wenn Sie nach Beendigung der Arbeit ein Exemplar an mich senden wuerden - gegen Bezahlung selbstverstaendlich. Ebenso moechte ich Ihnen anbieten, die Arbeit als Online-Version auf unserem Server der Universitaet Bielefeld zu veroeffentlichen. Wir versuchen dort, eine Sammlung schulrelevanter Arbeiten aufzubauen. Sehen Sie doch einfach mal bei uns vorbei (http://www.lili.uni-bielefeld.de/~lili_lab/) und entscheiden Sie sich spaeter. Fuer eine positive Antwort waere ich dankbar!"
"Was Du schreibst, klingt für mich unter'm Strich deutlich vernünftiger als vieles, was ich sonst so zu diesem Thema lese. Wärest Du ggf. bereit, Deine Arbeit als Textfile auf einen Server zu legen und damit allen Interessierten zur Verfügung zu stellen?"
"Deinen Beitrag fand ich unterhaltsam, gut recherchiert und ausgewogen. Als Lehrer, der derzeit mit den neuen Entwicklungen ringt, bin ich froh, dass Du unsere bisherigen, wenn bescheidenen, Verdienste zu schaetzen weisst." (England)
"Ich habe dein Fazit gelesen und bin mit ihm in weiten Teilen einverstanden, weil sich vieles mit meinen eigenen Erfahrungen deckt (ich bin Lehrer an einer Gesamtschule im Rheinland). Zwar erscheinen mir die einzelnen Abschnitte des Fazits etwas zusammenhanglos, aber das ist wohl so, wenn man die Arbeit selber nicht kennt ..."
8.8. Artikel aus dem World Wide Web Unsere Schule ist im Internet! Wir sind im Internet. Das heißt: Informationen über unsere Schule sind weltweit abrufbar. In Honkong oder am Kilimandscharo oder in Los Angeles können wildfremde Menschen etwas über die Katholische Schule Langemaß erfahren. Natürlich auch die Menschen in Deutschland und Köln-Mülheim. Internet heißt, daß man von jedem Computer der Welt aus über Telefonleitung unzählige Daten und Informationen abrufen kann. Das ist wie Seiten von Zeitungen, die man aber nicht im Kiosk kaufen kann, sondern die man am Computer-Bilschirm lesen kann. Wir haben eigene Seiten über unsere Schule in einem Computer abgelegt, der in den USA steht. Da kann jeder, der sie haben will, die Seiten abrufen. Dazu muß man unsere Adresse kennen. Sie ist etwas komplizierter als unsere Briefadresse in Köln-Mülheim. Sie heißt: http://ourworld.compuserve.com/homepages/ralfkurth Was steht auf unseren Seiten? Etwas über die Lehrer, Frau Gläser und Herrn Dahm. Unsere neue Spiellandschaft wird vorgestellt. Von der Klasse 4c sind Fotos zu sehen. Der Karnevalszug am Karnevals- dienstag kommt vor. Und dann kann man die beiden letzten Ausgaben der Mäuseköttel komplett im Netz finden. In der Computer AG wollen wir demnächst überlegen, was sonst noch für andere Kinder und Erwachsene über unsere Schule interessant ist. Außerdem überlegen wir noch, ob wir über den Computer direkt Briefe an andere Klassen schreiben können. So etwas nennt man e-mail, zu deutsch: elektronische Post. Wir können auch etwas über andere Grundschulen in Deutschland erfahren. Wir hoffen, daß wir irgendwann mal aus unserer Schule heraus im Internet Kontakt mit anderen Schulen aufnehmen können."
8.9. Clifford Stoll: "Die Wüste Internet" - Zusammenfassung Der amerikanische Astronom Clifford Stoll ist einer der Pioniere des Internet. Nach fünfzehn Jahren Online-Erfahrung setzt er sich in seinem Buch "Die Wüste Internet" kritisch mit dem Medium auseinander. Obwohl Stoll das Internet als verlockend und fesselnd bezeichnet, empfindet er den Umgang mit dem Netz unbefriedigend. "Der Computer hat meine ganze Aufmerksamkeit, aber mag es nun an der Form oder den Inhalten liegen, das Netz befriedigt mich nicht recht." 1 Die Tatsache, daß Clifford Stoll ein angesehener Computerspezialist mit den Fachgebieten Datenschutz und Computersicherheit ist, macht seine Ausführungen besonders interessant. Der Autor äußert seine starken Vorbehalte gegen die zunehmende Verbreitung und Anwendung von Computern in fast allen Lebensbereichen und gegen die Überflutung mit Computernetzen. "Sie (die Computernetze) isolieren uns voneinander und setzen die Bedeutung tatsächlicher Erfahrungen herab. Sie hintertreiben Bildung und Kreativität und untergraben Schulen und Büchereien." 2 "... die Segnungen des Mediums werden maßlos übertrieben, unsere Erwartungen sind vollkommen unrealistisch, und es gibt verdammt wenig kritische Diskussion über die Begleiterscheinungen der vernetzten Welt." 3 In vielen Abschnitten des Buches "Die Wüste Internet" wird die Überlegenheit nicht-computergestützer Arbeits- und Vorgehensweisen in einzelnen Lebens- und Arbeitsbereichen belegt. Beispielsweise wird die Effizienz elektronischer Kommunikation oder die Sinnhaftigkeit von elektronischen Büchern hinterfragt. Clifford Stoll warnt vor dem Rückgang primärer Erfahrungen, der mit intensiver Nutzung des Computers und des Internets einhergeht. "Das Leben in der wirklichen Welt ist bei weitem interessanter, wichtiger und reicher, als irgend etwas auf dem Computerbildschirm jemals sein wird." 4 "Jede Stunde, die Sie vorm Bildschirm verbringen, sind sechzig Minuten, die sie etwas anderes bleibenlassen." 5 Häufig betont Stoll die Ausstrahlung, den Charme und den im Vergleich zum Computer unkomplizierten Umgang mit traditionellen Medien, wie etwa Büchern, Zeichnungen oder handschriftliche Briefen. In Bezug auf Computernetze seien viele Versprechungen und Vorstellungen unzutreffend, herkömmliche Kommunikationsmöglichkeiten oft überlegen. "Man braucht nur vernetzte Computer zu erwähnen, und alles denkt an schnelle Kommunikation." "In Wirklichkeit ist das Internet zur Geschäftszeit quälend langsam." 6 Euphorische Zukunftsvisionen in Bezug auf die Nutzungsmöglichkeiten von Computern und Mutmaßungen über die explosionsartige Verbreitung des Internets werden von Clifford Stoll angezweifelt. Auch die vielgepriesenen Multimedia-Anwendungen mit ihren interaktiven Möglichkeiten seien lediglich ein kärglicher Ersatz für primäre Erfahrungen in der Wirklichkeit. "Sogar der Begriff Multimedia ist falsch, weil nur ein Medium benutzt wird: der Computer." 7 Die Kommunikation im Internet klassifiziert der amerikanische Astronom als anonym (Alter und Geschlecht des Kommunikationspartners sind nicht feststellbar) und oberflächlich. Reelle Beziehungen werden auf Grund intensiver Computernutzung oftmals vernachlässigt. "Computernetze isolieren uns eher voneinander, als uns zusammenzubringen. Wir brauchen uns nur mit einem Teil des Individuums am anderen Ende der Leitung auseinanderzusetzen."8 Lediglich eine Legende sei die Renaissance einer Kultur des Lesens und Schreibens durch die zunehmende Verbreitung von Computern und Internet. Im Gegenteil: "Computer fördern Spezialkenntnisse wie die Anwendung von Programmen oder das Andocken an Netze auf Kosten grundlegender Fähigkeiten wie sinnvollen Satzbau, Gedankengliederung, Wortschatzentwicklung und das freie Spiel der Einbildungskraft." 9 World Wide Web, Usenet und Email-Listen erlauben jedem, der über einen Netzzugang verfügt, direkt und ohne Kontrolle zu publizieren. Stoll bemängelt in diesem Zusammenhang die oft zweifelhafte Qualität der Beiträge und problematisiert die Tatsache, daß es keine Hinweise auf die wirklich guten Materialien im Internet gibt. Der Netzbenutzer weiß nicht, was den Zeitaufwand des Lesens lohnt und verschwendet haufenweise Zeit mit dem Sichten von Informationsquellen. "Das Internet liefert praktisch beliebige Fakten - ungeprüft und unsortiert." 10 "... bei aller Kommunikations-fülle sind nur wenige Informationen wirklich brauchbar." 11 Diskussionen im Usenet würden häufig unsachlich geführt, komplexe Inhalte stark vereinfacht. Weiterhin seien die Äußerungen oftmals sehr von Emotionen und extremen Haltungen geprägt. Dabei führe die Anonymität des Mediums zu rüpelhaften Umgangsformen. "Im Usenet kommen Leute mit Sachen davon, die man ihnen auf der Straße niemals durchgehen lassen würde." 12 Belanglose Diskussionen zu fast allen erdenkbaren Themen böten eine gute Möglichkeit Zeit zu verplempern. "Bei seinen tausenden von Newsgroups muß ich eine gewaltige Menge Post durchpflügen, bis ich auf etwas Brauchbares stoße." 13 "Nach ein paar Monaten begann ich mich zu fragen, ob ich dabei eigentlich etwas lernte." 14 "Es (das Netz) ist eben ein großartiges Medium für Belanglosigkeiten und Hobbies, aber nicht der Ort für begründete, vernünftige Urteile." 15 Das Kapitel "Über Klassenzimmer (mit und ohne Computer)" ist nach dem Abschnitt über die Zukunft der Bibliothek das umfangreichste in Clifford Stolls Veröffentlichung. Er berichtet zunächst über negative Erfahrungen mit dem Einsatz audiovisueller und computergestützter Medien im Bereich der Ausbildung. Den Gebrauch des Internets in der Schule vergleicht Stoll mit einer Filmvorführung - der Lehrer hat freie Zeit, die Schüler werden gut unterhalten und müssen nichts lernen. "Sie (Computer und Internet) machen es allen leicht, aber es findet verdammt wenig Unterricht statt." 16 Der persönliche Kontakt der Schüler mit einem engagierten Lehrer, der Methoden und Inhalte vermitteln könne, sei das Wichtigste in der Schule. Computer würden soziale Kontakte beeinträchtigen, sinnliche Wahrnehmung und eigene Erfahrung seien entscheidend für den Lernprozeß. "Im Gegensatz dazu ist vieles auf dem Bildschirm Ersatz für die eigene Erfahrung; Leben durch eine elektronische Verlängerung des Nervensystems, die die meisten Gefühle abstumpft und einige wenige intensiviert. Armselige Nachahmungen treten an die Stelle der wirklichen Ereignisse." 17 Computernetze würden lediglich platte und langweilige Fakten liefern und das Produkt Antwort über den Prozeß der Entdeckung stellen. Clifford Stoll vertritt die Meinung, daß Computer nichts zur Lösung der schwierigen Probleme, vor denen die Schule steht, beitragen. Der Einsatz von Computern im Unterricht sei teuer und umständlich, die Aufmerksamkeit der Schüler würde abgelenkt und der Unterrichtsablauf gestört. Schulbehörden würden Computer- und Internetprojekte fördern, um zu zeigen, daß sie innovativ sind und Unterrichtsprobleme angehen. "Computer als solche sind für die meisten Fächer nicht notwendig." 18 Dennoch räumt Stoll ein: "Kinder sollten lernen, ebensowenig Angst vor Computern zu haben, wie vorm Schwimmen, Schreiben oder dem Bibliotheksbesuch." 19 Seiner Ansicht nach ist es jedoch "verkehrt, unverhältnismäßig viel Geld und Aufmerksamkeit auf Rechner zu verwenden und dabei das falsche Versprechen zu machen, sie seien der Schlüssel zur Zukunft." 20 Im zehnten Kapitel seines Buches vergleicht Clifford Stoll die Leistungen der amerikanischen Post mit der Kommunikation per Email. Er belegt anhand eines Versuches, daß die Post schnell, billig, zuverlässig und flexibel arbeitet. Email sei demgegenüber äußerst störanfällig und auf den Versand elektronischer Dokumente limitiert. "Online-Systeme sind empfindlich: Sie funktionieren, wenn alles andere stimmt, reagieren jedoch extrem empfindlich auf Probleme bei Hard- und Software oder in den Leitungen." 21 Ferner sei Netzkommunikation nur billig, wenn Gebühren für Hardware und Netzzugang nicht in die Kalkulation einbezogen oder auf öffentliche Träger abgewälzt werden würden. "Kurz, Datenfernverkehr ist teuer und nur bedingt zuverlässig." 22 "Das Medium in dem wir kommunizieren, ändert die Art und Weise, wie wir unsere Gedanken formen. Wir programmieren Computer, aber diese programmieren auch uns." 23 Bezüglich des Schriftverkehrs per Email habe die Schnelligkeit und die Flüchtigkeit des Mediums eine unüberlegtere, oberflächlichere und fehlerhaftere Kommunikation zur Folge, die dazu führe, daß elektronische Briefe gegenüber Papierbriefen abgewertet würden. Ein weiteres Kapitel des Buches "Die Wüste Internet" ist den Auswirkungen der "Netzrevolution" auf das Bibliothekswesen gewidmet. Clifford Stoll betont hier, wie an mehreren anderen Stellen seines Buches, die Eingeschränktheit der Informationen aus dem Internet und warnt vor allzu gutgläubigem Gebrauch. "Die Netzrecherche hat einen Horizont von fünfzehn Jahren - vor 1980 hat man nichts digitalisiert." 24 Die gewaltige im Internet verfügbare Informationsmenge sage nichts über die Informationsgüte aus. "Daten sind sowenig Information wie fünfzig Tonnen Beton ein Wolkenkratzer." 25 Stoll zitiert Charles Osgood von den CBS-Nachrichten: "Nicht jede Information ist auch gute Information." 26 "Wir bekommen schon so viel davon und mit einer solchen Geschwindigkeit, daß unsere Hirne es nicht mehr verarbeiten, verdauen und bewerten können." 27 Die von vielen Computer- und Internetenthusiasten prognostizierte Verdrängung herkömmlicher Bibliotheken durch die wachsende Präsenz von Büchern im Netz zweifelt Stoll stark an, warnt jedoch gleichzeitig vor den möglichen Folgen einer solchen Entwicklung. Er hält es auf Grund bisheriger Erfahrungen (z.B. mit dem Gutenbergprojekt, einem Projekt zur Bücherdigitalisierung) für ausgeschlossen, daß in Zukunft eine ausreichende Zahl von Büchern Online verfügbar sein wird. "Ich behaupte, daß diese bücherlose Bücherei ein Hirngespinst ist: ..." "Ein solcher Traum unterstellt, daß die Bücher der Bibliothek allesamt digitalisiert und per Computer abrufbar sind. Sie sind es nicht und werden es auch nie sein." 28 Neben technischen Hindernissen seien hierfür vor allen Dingen Schwierigkeiten bezüglich der Wahrung von Urheberrechten verantwortlich. "Netzquellen sind chaotisch angeordnet." 29 Die Recherche im Internet sei zeit- und kostenintensiver, als in einer Bibliothek. Außerdem sei sie weniger umfassend und im Netz müsse man auf die Hilfe eines geschulten Bibliothekars verzichten. Die im Internet vielgenutzte Möglichkeit der Dokumentenverknüpfung führe dazu, daß Logik, Gliederung und Gedankengang eines Verfassers auf der Strecke blieben. "Was bleibt sind zusammenhangslose Fakten." 30 In Bezug auf die Überlastung der Internets bezweifelt Clifford Stoll "das die Ausweitung der Bandbreiten im Internet künftige Engpässe vermeiden hilft. Es werden bloß mehr Leute im Netz fischen und größere Pakete durch die Kabel schicken." 31 Die Schwierigkeiten neuer Internet-Nutzer die Informationen aufzuspüren, nach denen sie suchen, lägen in der Desorganisation des Netzes begründet. Die Kerngedanken seines Buches "Die Wüste Internet" zusammenfassend kommt der amerikanische Astronom und Computerspezialist zu folgendem Schluß: "Der volkstümliche Mythos will es, daß Netze leistungsstark, weltumspannend, schnell und preiswert sind. Sie sollen der rechte Ort sein, um Freunde zu treffen und Geschäfte zu machen. Man findet dort angeblich Unterhaltung, Fachwissen und Bildung. Kurz: Es kommt darauf an, online zu sein. Das ist nicht unbedingt der Fall. Unsere Netze können frustrierende, teure und unzuverlässige Verbindungen sein, die sinnvoller Arbeit in die Quere kommen. Es ist eine hochgejubelte, inhaltsleere Welt, der jegliche Wärme und Mitmenschlichkeit fehlt. Die vielgepriesene Informations-Infrastruktur geht an den meisten sozialen und wirtschaftlichen Zeitfragen vorbei. Gleichzeitig bedroht sie wertvolle Bestandteile unseres gesellschaftlichen Lebens, wie Schulen, Büchereien und soziale Institutionen." 32 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Was bietet das Internet für den Bildungsbereich - wieviel Sinn macht der Einsatz in der Schule? Kiel, 1998 |